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Foto: Nadia Jamnik

Vielleicht geht es dir auch so, aber Geduld ist nicht wirklich meine Stärke. Ich habe es auch nicht wirklich gelernt, geduldig zu sein. Eher war meine Devise im Leben immer, setzte dich nachhaltig für deine Ziele ein, bleibe am Ball und gehe in die Verantwortung, dass sich deine Ziele schnell realisieren. Ja, alleine schon wenn ich diese Zeilen tippe bekomme ich richtig Herzrasen. Alleine diese Worte zu schreiben, bereitet mir Druck. Das war es aber, wie ich es in meiner Erziehung gelernt habe. Tough zu sein, den Verstand und Intellekt zu priorisieren und ehrgeizig meine Ziele zu verfolgen.

Diese Ansichten und mein Weg haben sich in der letzten Zeit in eine neue Richtung bewegt. Immer mehr weg vom linearen Denken, hin zum weiblichen Prinzip des Fühlens, der Intution, des Annehmens und sich in den Fluss des Lebens zu begeben. Ich mache gerade bei einer 21-Tage Online Sadhana mit, die sich der Göttin Saraswati widmet. Es ist ein wundervolles Programm von Chameli, das ich von Herzen empfehlen kann. Wer neugierig ist, findet hier weitere Informationen dazu. Aus diesem Programm möchte ich euch ein paar Zeilen vorstellen, die die Situation und den Druck, dem wir uns tagtäglich ausliefern wundervoll beschreibt:

You have been told that you have to make sense,
to be rational, that your stories have to follow
the linear paths to be taken seriously.
And that the whisper of wisdom you hear
from your cat, the sages and the wind in the tree,
is new age voodoo.

You have been told that your worth is measured in coins and bills,
you must stay active no matter what, the cycles and the rhythms
of the universe that you feel so deeply in your body
should be ignored, there is no time for that.
You have been told that your body is wrong,
that you are too old, or too young, not enough, too much.

You have been told you must:
have more money, get a promotion, be calmer,
find the soulmate, be enlightened, be more feminine,
get one more degree, brand ourselves, fix yourself, heal yourself,
before you can be truly happy.
Get back on the hamster wheel, sister,
you are (always) not quite there. Yet.

You have been told that this is life,
and this is the way it must be.

You have been told…
yes, what is it you have been told?

You have been told a story.

It is when you believe it,
negotiate with it,
resist it,
repeat it,
that a story becomes real.
It is you who give it power.
Or not.

Einhergehend mit meinem Wunsch, immer mehr dem weiblichen Prinzip Achtung zu schenken, bedeutete für mich auch ein Stück weit das lineare Denken und vor allem die Kontrolle über Dinge aufzugeben. Loszulassen. Mich von meinen „Stories“ zu lösen. Mich fallen zu lassen und mehr ins Vertrauen zu kommen. Die Kontrolle über die Zeit loszulassen im tiefen Wissen, dass alle Themen und Türen sich zum rechten Moment für mich öffnen werden. Schwer fällt mir das vor allem in meinem eigenen Unternehmen. Durch meine Erziehung und mein BWL Studium weiß ich um die linearen Lehren und das Einsetzen von Effektivität, Zeitmangement und Rationalisierung. All diese Begriffe und Werte, die die heutige Businesswelt immer noch dominieren. Geduld hat hier wirklich keiner, oder? Denn Geduld bedeutet ja, dass man den Dingen einen zeitlichen Raum gibt, dass sie sich von alleine entfalten können. Für das „weibliche Prinzip“, dass sich nicht rational erklären lässt, ist keine Zeit und kein Vertrauen.

Ich freue mich schon in weiteren Blogposts meine Erkenntnisse, wie man ein Unternehmen mit diesen Prinzipien ebenfalls erblühen und entstehen lassen kann – es ist ein Mix aus Passivität (Raum geben für die indiviudelle Unternehmensentwicklung) und Aktivität (sich mit der Intuition verbinden und im richtigen Moment in Wachsamkeit zu handeln). Mehr findet ihr unter „weibliches Wirtschaften“ hier auf meinem Blog.

Wie bin ich auf diesen Weg gekommen, fragst du dich jetzt vielleicht?
Eigentlich haben mich meine ständigen Schulterschmerzen auf der linken Körperseite (der weiblichen, gefühlvollen Seite) immer wieder darauf aufmerksam gemacht. Denn wenn der Schmerz zu stark wurde und in den Kopf hochschoss war klar, ich brauche kurz eine Pause um mich dem Schmerz zu widmen. Denn ganz wie Osho es lehrt lebe ich diese Art des eigenen Umgangs mit seinem Schmerz. Einfach still hinsetzen und dem Schmerz raum geben, einfach nur den Schmerz fühlen und ihn dort lassen. Dann wird er erst stärker und schließlich besser  – vor allem nachhaltig besser. So hatte ich die Chance nach und nach immer mehr meinen eigenen Körper kennenzulernen. Zu realisieren wo meine Grenzen sind und während ich mich auf den Schmerz besinnte, kamen mir von ganz alleine Einfälle warum ich gerade eigentlich an diesem Schmerz leidete.

Geduld ist für mich heute – dem individuellen Weg Raum zu geben. Zu Vertrauen, dass sich für mich die Türen im richtigen Moment öffnen. Zeit als realtiv zu sehen. Es braucht alles seine eigene Zeit. Wenn ich etwas erzwingen möchte, dann fühlt es sich schwer an, es ist dann für mich eher ein Kampf, der mich erschöpft. Daher liebe ich es von Tag zu Tag mehr mich fallen zu lassen. Meinem Herzen immer mehr Platz und Entscheidungskraft einzuräumen, mich frei zu machen von dem was ich in der „aktuellen Businesswelt“ gelernt habe ohne natürlich ganz meinen Kopf auszuschalten. Der Kopf ist genauso wichtig.

 

Dabei habe ich mittlerweile meinen ganz eigenen, neu definierten Kreislauf  entwickelt (im Gegensatz zu meiner linearen Denkweise zuvor):

  • Durch Meditation habe ich eine Vision in mir, was ich der Welt schenken möchte

  • Mein Herz zeigt mir den Weg für jeden Tag – es sagt mir was gerade ansteht und was mir Freude bereitet,

  • dann nutze ich meinen Kopf um einen Plan aufzustellen und die Herzenentscheidung in Tatkraft umzusetzen,

  • gepaart mit der Kreativität der Intuition lassen sich diese Herzensentscheidungen dann leicht realisieren,

  • um schon im Moment der Umsetzung wieder vom „Outcome“ loszulassen. Denn das überlasse ich dem lieben Gott/dem Universum, der höhren Kraft, die uns alle führt.