Warum ist es eigentlich so, dass wir Menschen uns in erster Linie auf unsere Probleme fokussieren und somit unseren Kopf mit negativ-Spiralen vergiften? Wir haben mehr depressive Menschen und Burnout als je zuvor im Westen. Verlieren wir vielleicht den Bezug zur Realität? Zwei große Bereiche haben mich heute beschäftigt, die vielleicht mit dazu beitragen – Spiritualität und Virtualität. Flüchten wir uns in Illusionen oder leben wir noch? Was ist unsere neue Realität, die alles vereint? Was macht es mit unserer Menschlichkeit?

Hier mein Versuch, ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen:

Ich beobachte: Mehr Zeit sein Leben zu gestalten, für Sinnfragen – mehr Zeit für Spiritualität

Vielleicht ist es, weil wir einerseits mehr Zeit haben durch Fertigprodukte im Tiefkühlregal, günstigen Lieferservice und Onlineshops direkt nach Hause und die Technik, die uns vieles was früher händisch gemacht wurde jetzt Arbeit abnimmt. Früher haben wir anpacken müssen, das Gemüse vom Feld holen müssen, wir waren mit der Erde verbunden in unseren täglichen Aufgaben. Heute sitzen wir vor Computern um unser Gemüse später im Supermarkt kaufen zu gehen. Wir verlieren den Bezug zu den Dingen, wie sie entstehen und müssen auch nicht mehr mit anpacken. Wir funktionieren immer mehr über unseren Kopf.

Und während ich dies schreibe, kenne ich natürlich auch genau das Gegenteil davon, das Gefühl eigentlich keine Zeit zu haben obwohl im Vergleich zu unseren Vor-Generationen ja schon so viel anders geworden ist. Doch wenn ich ehrlich bin, es liegt an dem wie ich sie mir einteile, in welchen Glaubenssätzen ich stecke anstatt daran, dass ich keine Zeit habe weil ich mir wirklich meine Existenz sichern muss und um mein nacktes Überleben kämpfe hier im Westen. (und klar gibt es da auch Menschen denen es noch so geht)

Wenn man ein Kind bekommt und plötzlich viel mehr erledigt und angepackt werden muss als noch zuvor, weil Verantwortung für ein hilfloses Wesen entsteht, wird diese Zeit zum Kopf zerbrechen schon wieder weniger. Es wird zumindest wenn das Kind sehr klein ist, erstmal gemacht und damit ist man dann schon zufrieden wenn man das alles geschafft hat.

Mir ging es so, dass dadurch auch eine Leere entstand. Hatte ich vorher meine Zeit mit Meditation, Yoga und schönen Dingen für mich gefüllt, war dafür jetzt kein Raum mehr. Doch wer bin ich ohne diese Dinge, bzw. wie kann ich dann glücklich sein mit dem was ist? Auch hier liegen dann die Herausforderungen in unserer heutigen Zeit. Vorher hatten wir Zeit um uns mit der Frage unseres Sinns zu beschäftigen, der Frage wer wir sind, wer wir in dieser Welt sein wollen. Das wird dann mit dem Mama werden noch einmal kräftig aufgewühlt und kurz nach Geburt und in den ersten Monaten ist dann oft nicht der Raum um sich wieder diesen Fragen neu zu widmen. Das fordert uns neu heraus. Man steckt in Tätigkeiten, Hausfrauentätigkeiten, auf die man zuvor als selbstständige Frau nicht reduziert war und findet aber auch keinen zeitlichen, kraftlichen, emotionalen Raum, sich gerade anderen Themen zu widmen. Der alte Lifestyle wie man ihn gewohnt war, bricht weg und zusätzlich verändert man sich innerlich durch die neuen Erfahrungen die man macht.

Doch was macht es, es erdet. Wir sind im tun, wir fließen mit den Dingen, die gerade anstehen und einfach gemacht werden müssen und es bringt uns aus dem Kopf heraus. Je mehr ich die Situation angenommen habe, wie sie gerade ist, losgelassen habe mich neu zu definieren, und einfach nur gemacht habe was anstand, desto mehr haben sich für mich die Geschenke gezeigt. Desto mehr bin ich zu meiner wahren Natur gekommen ohne Illusionen und Denkkonstrukte wer ich denn gerne wäre, weil mich zum Beispiel wieder gerade eine andere Person auf Facebook oder Instagram inspiriert hat.

Mein Fazit: Lasst uns wieder mehr an das ursprüngliche, bodenständige Leben und Mutter Erde zurückkommen. Mehr Zeit in der Natur verbringen. Wir verlieren vor lauter Spiritualität heute gerne den Bezug zur Realität.

 

Ich beobachte: Mehr Reize, Vergleiche und Lautstärke im Außen – wir verbringen mehr Zeit im Virtuellen

Wie oft schaust du am Tag auf dein Handy? Wie oft schreibst du eine SMS, schaust in einem Social Media Portal, oder bei deinen Mails mal schnell nach? Wie oft verbindest du dich stattdessen am Tag mit deinen Gefühlen? Weißt du jetzt gerade wie sich dein Körper anfühlt? Nimmst du ihn wahr? Hast du dazu noch einen Bezug?

Unser Alltag wird virtueller, wird mechanischer, technischer und wir müssen uns fast schon bemühen uns mit uns selbst zu verbinden. Wir reagieren auf die Impulse und Fragen, die wir im Außen gestellt kriegen. Wir vergleichen uns, wenn wir Fotos von anderen Menschen sehen, wollen nacheifern, anstatt uns zu fragen – was macht mir denn Spaß, worin bin ich denn gut, was möchte ich der Welt schenken? Es ist ein bisschen das Gegenteil zu dem was ich oben geschrieben habe. Auch hierin können wir uns verlieren. In der Schnelllebigkeit, in der Globalisierung und Technisierung. 

Wir bekommen so viele Impulse durch Social Media, die neuen schnelllebigen Techniken und nehmen oder finden uns oft nicht die Zeit diese zu sortieren. Das wühlt auf, das lenkt ab von dem wer wir im Kern unserer Seele sind. Es verwirrt uns. Wir sind immer mehr erreichbar und durch Technik ferngesteuert anstatt in wahrhafter Kommunikation und Beziehung zu uns selbst. Wir leben immer mehr virtuell und sind mit viel mehr Reizen und Meinungen anderer konfrontiert, mit denen wir uns dann gerne vergleichen. 

Mein Fazit: Was wäre schön? Wenn wir täglich mal wieder das Handy weglegen und ausschalten. Wenn wir kurz innehalten und uns fragen: Wie Wenn wir täglich die Achtsamkeit wieder nach innen richten, um bei uns anzukommen trotz all diesen Außenimpulsen. Mit leichten Techniken, die in den Alltag einfließen anstatt uns wie oben beschrieben im spirituellen Illusionen zu verlieren. Ich bin für ein integriertes Leben von Spiritualität und Realität. Und wie wäre es, wenn wir wieder mehr unsere Beziehungen pflegen durch schöne Unterhaltungen und Unternehmungen im Hier und Jetzt und nicht online oder schnell nebenbei. Wenn wir uns wieder versammeln in Gemeinschaft, Sisterhood leben anstatt Wettbewerb, uns unsere Liebe schenken und uns gegenseitig unterstützen.

Die Herausforderung ist es, wie ich finde, die Balance zu halten, in diesen beiden Bereichen – Spiritualität und Virtualität. Dem Verlieren im Spirituellen und dem Verlieren im Virtuellen entgegenwirken, indem ich bewusst reflektiere und mich beobachte. Also einen gesunden Bezug zu meinem Inneren zu finden, zu praktizieren und integrieren im Alltag und mich nicht in stundenlangen Meditationen dem Alltag zu entziehen. Und die neuen Techniken und Medien zu nutzen wie es für mich gut ist und bewusst mir Zeit für Natur und menschlichen Kontakt, sowie Zeit für Kontakt mit meinem Körper zu nehmen.

FAZIT: Menschlichkeit finden

Was sagst du dazu? Geht es dir auch so? Weißt du, was ich damit meine? Schreibe mir deine Gedanken in einem Kommentar, ich freue mich darauf.