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Foto: Joe Gardner

Wenn wir traurig sind, wollen wir meistens wieder sofort glücklich sein. Traurigkeit wird bei uns gar nicht gefeiert. Denn was bedeutet Traurigkeit – das wir uns von altem verabschieden, das wir einen Schmerz fühlen. Ist Traurigkeit nicht auch wie ein Wegweise für uns – ein Wegweiser der uns aufzeigt, das es zumindest so nicht mehr weitergehen kann. Dann kommt natürlich die Angst dazu den Weg nicht aus der Traurigkeit zu finden, weshalb wir uns den Stempel „jetzt-bin-ich-schnell-lieber-wieder-glücklich“ aufdrücken. Wenn wir aber die Traurigkeit einfach nur raus lassen, Tränen weinen, uns eingestehen mal nicht mit einem riesen Lächeln auf dem Gesicht auf der Straße herumzulaufen, dann erst ernten wir die wahre Qualität und Schönheit von Traurigkeit. Dann gleicht Traurigkeit einer Lebendigkeit, wie ein Reinwaschen unsers Körpers. Ein Detox-Prozess auf natürlichem Wege. Und nein – wir müssen nicht immer die positive, erhellende Stimme für unsere Freunde und Mitmenschen sein. Wir dürfen auch einen schlechten Tag haben. Wir dürfen uns auch mit verweinten Augen in die Öffentlichkeit trauen und Schwäche zeigen. Denn Schwäche zu leben und vor anderen Menschen zu zeigen und zuzulassen ist im Grunde eine wahre Stärke. Das können und tun viele nicht. Und wenn wir es nicht tun? Dann werden wir irgendwann abgestumpft und trotten in unserem Alltag in Neutralität und Gefühllosigkeit dahin.

Leben wir das Leben also ganz. Trauig, freudig, in Balance. Sei der, der du bist – im JETZT ohne jemandem etwas vorzuspielen. Sei du, nicht der den die Welt in dir sehen möchte. Wenn dir Tränen über die Wangen laufen, dann feiere sie genauso wie dein breitestes Lächeln aus tiefstem Herzen. von Herzen, Anne

Traurigkeit gibt Tiefe.
Glücklichsein gibt
Höhe.Traurigkeit
gibt Wurzeln.
Glücklichsein gibt
Äste. Glücklichsein
ist wie ein Baum
der in den Himmel
wächst, und Traurigkeit
ist wie seine Wurzeln die
tief in den Schoß der
Erde gehen. Beide
werden gebraucht,
und je höher ein Baum
wächst, desto tiefer
geht er gleichzeitig
Je größer der Baum ist,
desto größer werden
seine Wurzeln sein.
Tatsächlich ist er immer
in Ausgewogenheit.
Dies ist seine Balance.

OSHO